Graphic Facilitation

Graphic Facilitation bedeutet visuelle Darstellung von Ideen, die während eines Meetings in der Gruppen entwickelt und vorgetragen werden und eine Entscheidungsfindung erleichtern. Durch Graphic Facilitation wird Gruppenarbeit d.h. collective intelligence, wie bei keiner anderen Methode gefördert.

 

PRAKTISCHE DURCHFÜHRUNG DIESER METHODE

Jeder Seminarteilnehmer ist aufgefordert, während eines Meetings seine Gedanken zu einem bestimmten Thema zu äußern. Die unterschiedlichsten Ideen werden anhand von Zeichnungen und Symbolen auf einer Schautafel fixiert (Flipchart, Wand…). Durch Linien, Pfeilen und Farben miteinander verknüpft, können die so gesammelten Gedanken in einen sinnvollen Kontext gebracht werden. Diese Vorgehensweise führt zu einem allseits verständlichen Kernpunkt des anstehenden Problems und bereitet den Weg zu möglichen Lösungen. Die anstehende Entscheidung wird mithin wesentlich erleichtert (Graphic Facilitation).

Als Ergebnis erhält man großformatige Papierposter, die gleich digitalisiert und sofort per Handy oder e-mail weiter geleitet werden können. Jedes Gruppenmitglied hält dann ein Schaubild in der Hand.

       Pannel C

 

Visual templates lassen sich auch im Voraus kreieren und als Sichtvorlagen bei einem traditionellen Workshop, d.h. ohne gleichzeitige live Aufzeichnung (s. unten), verwenden. Auch Präsentationen, Vorträge und Berichte können durch derartiges Anschauungsmaterial verständlich gemacht und ergänzt werden.

Die obige Form der Gruppenarbeit kann durch live Aufzeichnungen unterstützt werden:

Während der Gruppendiskussion werden von einem „Graphic Recorder“ Schlüsselwörter und Zeichnungen auf Grossformat Papier live aufgenommen. Auch der Sitzungssaal, die Teilnehmer und die Atmosphäre im Raum während des Seminars werden visuelle dokumentiert. Ebenso können Nebenbemerkungen, Körpersprache und emotionale Äußerungen von Moderator und den einzelnen Teilnehmer fest gehalten und später analysiert werden (Graphic Recording).

Image vision

 

VORTEIL UND NUTZEN VON GRAPHIC FACILITATION

Die durch graphische Darstellung unterstützte gemeinschaftliche Arbeit (collective work) an einem Problem, fördert den Zusammenhalt und das Miteinander der Gruppenteilnehmer und deren gemeinsame Verantwortung für ein Projekt. Auch hilft diese Arbeitsweise dem Moderator, ein Seminar planvoll und zielgerecht durchzuführen.

Vorzüge von Graphic Facilitation:

1. Motiviert die Seminarteilnehmer zur Mitarbeit

2. Unterstützt den gemeinsamen Denkprozess (collective thinking prozess)

3. Fördert so genanntes „kollektives Gedächtnis“,

4. Erläutert und veranschaulicht die Gedanken des/der Vortragenden,

5. Zwingt die Gruppenteilnehmer zur Konzentration auf den Kernpunkt des Problems,

6. Vereinfacht das Verständnis für komplexe Zusammenhänge und fördert kollektives, d.h. gemeinschaftliches Denken (was im Englischen auch unter dem Begriff collective intelligence verstanden wird).

7. Erlaubt schnelle und klare Kommunikation auch für Nicht -Teilnehmer ⇒ universelle visuelle Sprache

Image bouée

 

Gründe für vermehrte Anwendung von Graphic Facilitation

1. Überfluss an Informationen in der heutigen Zeit

2. Wachsende Matrix Organisationen

3. Collaborative work als ein Muss

4. Schnelle Arbeitsabläufe (work-flows) und Entscheidungsprozesse durch Gruppenarbeit

5. Digitale Revolution („instant sharing“ für alle)

6. Merkbarer Aufbruch der Neurowissenschaften ⇒ wir alle sind visuelle Denker

 

image Le Monde

Davos World Economic Forum, Titelblatt von « Le Monde », (7. Februar, 2014)